Gute Vorsätze und Kiez-Patriotismus oder: von grünen Lungen und schlechtem Gewissen

Nach den jahresendlichen Schwelgereien in Weihnachtsgans, Chianti und Käsefondue kommt es vielen von uns in den Sinn, dieses Jahr endlich unsere Lebensweise zu reformieren, uns gesund zu ernähren, weniger zu rauchen oder zu trinken, und Sport zu treiben. Neues Jahr, neue Kleidergröße? Erste Gedanken an den Frühling, Bademode und leichte Sommersalate bewegen uns dazu, Mitgliedschaften im Fitnessstudio abzuschließen, Diätpläne zu machen oder die zu Weihnachten erhaltene fünfte Staffel von The Walking Dead umzutauschen und Laufschuhe zu kaufen. Die Staffel gibt es ohnehin bei Netflix. Jedes Jahr aufs Neue nehmen wir uns alle möglichen “Verbesserungen” vor, um sie spätestens im Sommer wieder abzuschaffen, wenn es ums Grillen im Park, Biergärten und Schokoladeneis geht.

Womöglich findet sich unter unseren geschätzten Lesern auch der ein oder andere hoffnungsvolle Turnschuhkäufer?
In dem Fall haben wir ein paar Tipps, die Ihnen helfen könnten, den gesunden Lebensstil etwas länger beizubehalten. Das soll keine Ernährungsberatung sein, für die müssten Sie sich tatsächlich anderswo umschauen. Wir wollen Sie lediglich darauf aufmerksam machen, dass Sie einen wichtigen Verbündeten im Kampf mit den Kilo(metern)s haben: Ihren Kiez.

Berlin ist die grünste Großstadt Europas. Unsere unzähligen Stadtparks, Volksparks, Waldgebiete und Flussufer, insgesamt 27.000 Hektar öffentlicher Grünfläche, stehen jedem von uns zum Wandern, Laufen oder Radfahren zur Verfügung. Wahrscheinlich ist in den meisten Bezirken die nächste Grünfläche sogar näher am heimischen Sofa als das nächste Fitnesstudio. Und kostenlos sind sie auch. Selbst die Innenstadtkieze, wo die Parks vergleichsweise spärlich werden, sind dank der Berliner Stadtbäume immer noch grün.

Warum also nicht zum Joggen in die eigene Nachbarschaft gehen, statt aufs Laufband? Schließlich geht es nicht nur um die verbrannten Kalorien. Frische Luft ist gut für den Teint und die Atemwege. Sie Joggen hoffentlich nicht auf der Stadtautobahn, das dürfte gesundheitsschädlich sein.

Spreeufer Laufstrecke am KanzleramtWenn es aber um schöne innerstädtische Laufstrecken geht, was gibt es besseres, als vom Kupfergraben aus den Sonnenaufgang zu sehen, durch den verschneiten Prenzlauer Berg zu traben oder nach Feierabend das Spreeufer an sich vorbei ziehen zu lassen? Das sind auch durchaus Strecken, die für den Anfang gut zu bewältigen sind.

Wenn es auch etwas mehr sein darf oder ein wochenendlicher Wanderausflug mehr nach Ihrem Geschmack ist, sind die grünen Hauptwege eine echte Option. Hier können Sie zwischen längeren Strecken, Streckenabschnitten und kürzeren Spaziergängen wählen, und gleichzeitig noch die Stadt erkunden. So wird das Laufen nicht langweilig, und bei all den Kilometern kann man sich zwischendurch auch einen Kakao aus der Thermosflasche leisten.

Sollten Sie mehr zum Radeln als zum Laufen geneigt sein, bietet sich natürlich zunächst der Weg zur Arbeit an. Wem das zu eintönig wird, der kann aus einem riesigen Fundus von Radwanderwegen und Radtouren wählen. Sogar eine App gibts dazu.

Und was machen Sie, wenn es im Sommer zu heiß wird zum Laufen, Wandern oder Radfahren? Schwimmen, natürlich. Schließlich hat Berlin auch über 5000 Hektar Wasserfläche, und der Strandfigur sind wir dann bestimmt auch schon näher gekommen.