BAföG für Studenten – Der Weg zur eigenen Wohnung

Am 1. August 2016 trat die Reform des BAföGs ein. Mit ihr werden die Sätze angepasst und Freibeträge erhöht.

bafoeg-weg-zur-wohnungStatt also weiterhin mit Eltern über Wachphasen zu diskutieren und sich über überteuerte WG-Zimmer zu beschweren, steht am Ende  eventuell die ganz eigene Wohnung. Hier also ein Überblick über die Neuerungen und die damit verbundenen Möglichkeiten.

BAföG als Absicherung für den Vermieter?

Solltet ihr vor haben während des Studiums auch wohnlich einen eigenen Weg zu gehen, ist es wichtig, über die BAföG Sätze und die daraus resultierenden Möglichkeiten der Wohnungsfindung Bescheid zu wissen. Vermieter wollen Sicherheit und die Leistung des BAföGs kann eine solche sein, sofern der Betrag stimmt.  Grundsätzlich gilt, dass nicht mehr als 1/3 bis maximal 50% des Einkommens, also  des BAföGs, für die Miete aufgewandt werden sollten. Und: Jeder Vermieter reagiert auf Empfänger der Förderung anders.

Freibetrag kommt von Freiheit – Erhöhte Chance auf Förderung

Freibetrag kommt von Freiheit. Mit der Erhöhung der Freibeträge ist es bereits Studierenden nicht nur möglich ein gesteigertes BAföG zu erhalten auch Studenten, die bisher keinen Anspruch auf diese Leistung hatten, können nun auf BAföG hoffen.

Die Vermögensfreibeträge steigen von 5.200 Euro auf 7.500 Euro an. Somit darf ein Vermögen von 7.500 Euro besessen werden, ohne dass dieses bei der Berechnung deines BAföGs berücksichtigt wird. Dieser Umstand erhöht den vom BAföG-Amt zu leistenden Betrag.  Dabei hat das Vermögen der Eltern für die Berechnung keine Relevanz. Als Vermögen gilt beispielsweise ein Auto oder Motorrad, welches Eigentum ist. Oder die diversen Sparkonten auf denen sich das Geld nur so vermehrt.

Geht es um das Einkommen, ist die Relevanz des Betrags deiner Eltern höher, als die deines eigenen Einkommens. Je nachdem, was du und insbesondere deine Eltern, erwirtschaften, fällt das BAföG höher oder geringer aus. In manchen Fällen verfällt durch ein ausreichendes Einkommen der Eltern auch der Anspruch auf eine Förderung.

Immerhin darf seit 1. August 2016 aber der volle Betrag eines Minijobs verdient werden. Das heißt, statt der bisherigen 400 Euro können nun volle 450 Euro verdient werden, ohne  dass dies  Einschränkungen des BAföG-Satzes zur Folge hat. Sollten Kinder oder einen Lebenspartner vorhanden sein, erhöht sich der Freibetrag dementsprechend.

Hierzu lassen sich diverse Rechenbeispiele zu verschiedensten Fällen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung finden.

Änderung des Einkommens-Freibetrags der Eltern
Verheiratete Eltern bisher 1.605 Euro ab WS 16/17 1.715 Euro
Geschiedene Eltern bisher 1.070 Euro ab WS 16/17 1.145 Euro

Änderung der Bedarfssätze und Aufhebung von Staffelungen

Aufgeteilt ist das BAföG in Bedarfssatz, Wohngeldzuschuss, Pflege- und Krankenversicherung. Der Wohngeldzuschuss steigt von maximal 224 auf 250 Euro, der Bedarfssatz von 373 auf 399 Euro an. Die Pflegeversicherung wird um 4 Euro erhöht und die Krankenversicherung um 9 Euro.

Höchstsatz bisher 670 Euro ab WS 16/17 735 Euro

Für Kinder von studierenden Eltern wird mit dem Wintersemester 16/17 außerdem die Staffelung aufgehoben. Statt der bisherigen 113 Euro für das erste und 80 Euro für jedes weitere Kind, gilt nun der Betrag von 130 Euro für jedes Kind.

Empfehlenswert, um herauszufinden, ob ein Anspruch auf Förderung besteht und wie hoch dieses ausfallen wird ist dieser Rechner.

Lücken im Lebenslauf ok, Lücken im BAföG ade!

Bisherige Studierende, die nach dem Bachelor ihren Master anstrebten hatten zu Kämpfen. Als letzter Auszahlungsmonat der Förderung galt der Monat, in welchem die Bachelorprüfung anstand. Zwischen erfolgreicher Beendigung des Bachelors und Anfang des Masters allerdings liegen Monate. In dieser (leeren)  Zeit wurde bisher kein BAföG geleistet. Mit der Reform ändert sich dies. Nun kann die finanzielle Durststrecke durch eine vorläufige Zulassung für den Master überbrückt werden. Bis zu 12 Monate, vor Beginn des Masters, kann bereits Förderung erhalten werden.

Modernes BAföG ist Online BAföG

Auch das BAföG hat den  Zahn der Zeit erkannt. Seit August 2016 können die Anträge in allen 16 Bundesländern online erfolgen.

Höchstsatz und Minijob = ein Stück Selbstverwirklichung

Alles in Allem heißt das: Bekommt ihr den Höchstsatz und habt zusätzlich einen Minijob, sieht das monatliche Einkommen gar nicht so schlecht aus. Mit Abschaffung der Zahlungslücke zwischen Bachelor und Master Studium ist nun auch in diesem Zeitraum die finanzielle Sicherheit geklärt. Im Idealfall beläuft sich das Einkommen auf über 1000 Euro. Dann ist der BAföG Bescheid eine gute Chance eine erste eigene Wohnung zu beziehen und sich durch die Reform ein Stück weit selber zu verwirklichen.

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